Lesenacht 2020:

Menschen von hier kommen zu Wort

am 14.03.2020 um 20:00 Uhr

Der Schlosskeller Emmendingen veranstaltet auch in diesem Jahr wieder in Zusammenarbeit mit dem Kulturamt der Stadt Emmendingen und der Buchhandlung Sillmann die Emmendinger Lesenacht. Dabei stammen alle vorgelesenen Texte aus der Feder regionaler Autoren, die oft mit biographischen Zügen von Dingen erzählen, die sie bewegen.

folgende Titel werden vorgelesen:

Mikwe / Jüdisches Museum
Rainer Glaser/ Pertra Leppertinger: Kalter Nebel von Julia Heinecke

Die Freiburgerin Julia Heinecke schildert zwar als Fiktion, aber mit für alle damaligen Mitstreiter leicht wieder erkennbaren Protagonisten, den beispielhaften Widerstand der Kaiserstühler Bauern, der Elsässischen Winzer und der Freiburger Studenten gegen das geplante Kernkraftwerk in Wyhl am Kaiserstuhl in dem erst im letzten Herbst erschienenen spannenden Regio-Roman. Wichtige Elemente und Personen wie das Freundschaftshaus, die Volkshochschule Wyhler Wald und damalige Politiker und Widerständler tauchen lebensnah in dem Roman auf.

Jüdisches Gemeindehaus:
Julia Senn / Franz Tewes: Es gibt Zeiten, in denen man welkt von Käthe Vordtriede

Eine Innensicht des alltäglichen Faschismus in den Dreißigerjahren. Beobachtet von einer Sozialdemokratin, die das Land Baden als aktive Wahlkämpferin kennen gelernt hatte und ihre Stadt Freiburg als Lokalredakteurin mit allen Beziehungsklüngeln durchschaute. Die jüdische Journalistin Käthe Vordtriede beobachtete charakterlose Anpasser, eilfertige Speichellecker, Denunzianten und Profiteure in allen Schichten, quer durch alle Lager - und schrieb es auf.

Lenzhäuschen:
Daniel Gorzalka: Abschied für immer von Daniel Gorzalka
Dieses Buch erzählt das Schicksal der Familie von Friedrich und Emma Gorzalka aus Ostpreußen. Besonders beleuchtet werden das Leben in der masurischen Heimatstadt Barten während der 1930er Jahre, sowie die Flucht und die Jahre im Flüchtlingslager und das Leben in der neuen Heimat in Südbaden. Die Erlebnisse werden zudem immer wieder in den historischen Kontext gestellt.

Museum im Markgrafenschloss:
Manfed Vossler/ Jana Bührer: das Tukul von Michael Urban

Michael Urban verarbeitet in „Das Tukul“ seine Erlebnisse im Kongo, wo er als Traumtherapeut für Ärzte ohne Grenzen tätig war. Obwohl Personen und Geschehnisse fiktiv sind, liest sich der Text eher als authentischer Erfahrungsbericht, denn als erfundener Roman und eröffnet uns den Blick auf den geschundenen Kontinent Afrika  und seine Menschen.


Lesenacht

Die Emmendinger Lesenacht steht seit dem Jahr 2000 auf dem Programm des Schlosskellers und findet meist Ende September statt. Mitveranstalter ist der Fachbereich Kultur der Stadt Emmendingen. Eine Gruppe von interessierten Lesern und Leserinnen findet sich zusammen und sucht Romane oder Gedichte aus, die ihnen vorlesenswert erscheinen. An vier Orten, die am Schlossplatz gelegen sind, finden Lesungen statt, jeweils aus einem anderen Buch:

  •     Im Museum im Schloss
  •     Im Lenzhäuschen
  •     In der Mikwe
  •     Im jüdischen Gemeindehaus


Meist werden ca. 20 Minuten gelesen, in den darauf folgenden Pausen kann das Publikum den nächsten Ort wählen oder sich im Schlosskeller bewirten lassen. Insgesamt sind 4 Leseblöcke im Angebot. Zum Abschluss treffen sich LeserInnen und Publikum zum Austausch im Schlosskeller.

Infos rund um die Emmendinger Lesenacht erhalten Sie unter verein@schlosskeller-emmendingen.de

Fotos von Peter Thomann

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