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Fortmeier: "Hand in Sicht"

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Theater mit Figuren und Händen

Matrose Pit Fröhlich unterhält mit kleinen witzigen Geschichten sein Kreuzfahrtpublikum. Ihm stehen nur minimale Mittel zur Verfügung, mit denen er aber große Wirkung erzeugt.

Die bunte Mischung macht’s

Mittwoch, 11. März 2009

Um den 8. Emmendinger Kleinkunstpreis bewerben sich am 4./5. April wieder sieben Kandidaten

Der Emmendinger Kleinkunstpreis, der am 4. und 5. April wieder im Rahmen des 26. Künstlermarkts vergeben wird, hat in der Branche einen guten Namen. Künstler aus dem In- und Ausland bewerben sich um die Teilnahme und werben mit ihrer Nominierung.

hier geht's zum Artikel von Gerhard Walser

Freuen sich auf die Verleihung des Kleinkunstpreises: Günther Hoffmann, Beate Desenzani und Rainer Glaser.

Nun fehlt nur noch ein zugkräftiges Symbol für den Preis. "Wir arbeiten gerade dran", verriet gestern Rainer Glaser, der hofft, im kommenden Jahr an den Sieger eine "Emmendinger Nadel" verleihen zu können.  Diesmal bleibt es noch beim Händedruck des Oberbürgermeisters und dem Kuvert mit dem Preisgeld, immerhin insgesamt 1500 Euro. Parallel zur Jury wählt wie immer auch das Publikum während der kostenlosen Kurzauftritte und der Abendgala im Schlosskeller ihren Favoriten. Und das ist in den seltensten Fällen der selbe Bewerber, deren Zahl wie immer auf sieben begrenzt ist. Während das fachkundige fünfköpfige Preisgericht nach strengen Kriterien wie Kreativität, Spontanität, Ausführung und Handlung auf einer Punkteskala von null bis zehn die einzelnen Kandidaten bewertet, kommt es beim Publikumswettbewerb mehr darauf an, ob der sprichwörtliche Funke zwischen Künstler und Zuschauer überspringt. Jeder bei der Gala anwesende Zuschauer erhält mit dem Eintritt drei Bälle. Wer am Ende die meisten Bälle im Zylinder hat, gewinnt.

"Die bunte Mischung macht’s", verrät Günther Hoffmann das erfolgreiche Konzept der Veranstaltung, die Hoffmanns Spielspirale, Stadt und Schlosskellerverein seit 2002 gemeinsam ausrichten. Das Spektrum der Teilnehmer reicht von der Jonglage, über Zauberei und Musik bis zum Clown- und Improvisationstheater. Künstler aus dem Ausland, wie Eric Longequel aus Paris sind wieder dabei, andere kommen wie "Die Närrin tanzt" aus dem benachbarten Kaiserstuhl. "Wir setzen auch bewusst auf den Brückenschlag zwischen Profis und Semiprofis", sagt Hoffmann. Das sei zwar jedes Mal aufs Neue "ein Abenteuer", doch die Zuschauer schätzen den Überraschungseffekt. Am erfolgreichen Konzept und Ablauf habe man daher bewusst nichts geändert, ergänzt Beate Desenzani.

In Künstlerkreisen hat der Emmendinger Kleinkunstpreis bereits einen guten Namen, weiß Rainer Glaser. Ehemalige Preisträger und Teilnehmer empfehlen Kollegen als Kandidaten oder werben mit der Platzierung in ihren Internet-Präsentationen. Sie schätzen auch die besondere Atmosphäre und die individuelle Betreuung, für die sich ein großes Team an Helfern um Isolde Andlauer und Andrea Emmenecker im Hintergrund engagiert. "Für Emmendingen ist das eine gute Visitenkarte, gerade weil der Wettbewerb in den Künstlermarkt eingebunden ist ", so Günther Hoffmann. Zu dem von ihm organisierten großen Basar der Künstler und Kunsthandwerker auf dem Schlossplatz werden am Wochenende vom 4. und 5. April wieder rund 120 Aussteller aus dem In- und Ausland erwartet. Die meisten Anfragen kommen mittlerweile von außerhalb Baden-Württembergs, die Besucher aus der ganzen Region, zunehmend auch aus dem benachbarten Elsaß.

Um den Kleinkunstpreis 2009 bewerben sich folgende Künstler: Clowntheater Paradox, Gaukler Joe, Calima & Brian, Cie. Presque Nulle (Paris), Die Fantastischen Zwei, Die Närrin tanzt und Leoparden Olga.

Info: 8. Emmendinger Kleinkunstpreis, 4. und 5. April, jeweils 14 und 16 Uhr kostenlose Kurzauftritte aller Künstler

  • Samstag, 20 Uhr Abendgala
  • Sonntag,17.30 Uhr Preisverleihung im Schlosskeller.

Karten für die Abendgala bei der Spielspirale, im Schlosskeller und bei der Buchhandlung Sillmann.

Autor und Foto: Walser

BZ 11.03.2009 

Brüderlichkeit als musikalischer Brückenschlag

Freitag, 6. März 2009

"The Brothers" im Emmendinger Schlosskeller: Fans erfreuen sich an angerockten Eigenkompositionen und Coversongs mit Pfiff

Begeisternde "Brothers" im Schlosskeller

Wer das Glück hat, Geschwister zu haben, kann ein Lied davon singen: Kaum ein Mensch kennt einen besser. Zwar mag es auch Nachteile haben, doch letztlich dürften Schwestern und Brüder zu den verlässlichsten und vertrauenswürdigsten Menschen gehören, denen wir begegnen. Dass das auch beim Musikmachen Vorteile hat, konnte das Publikum am Freitag im Schlosskeller bewundern: "The Brothers" machten einmal mehr Station. Coco und Tilo Buchholz, Thomas Klauer und Lorenz Buchholz boten vor vollem Haus ihr Programm aus vielen eigenen und wenigen Coverstücken. Das musikalische Niveau der vier war beeindruckend und reichte von "angerocktem" Singer-Songwriting bis hin zu witzigen, hervorragend arrangierten A-Cappella-Stücken. Dass der Kern der Band – Bassist Thomas Klauer ist der einzige "Nichtbruder" – sich musikalisch nie zusammenraufen musste, wurde mehr als deutlich.

Das Quartett (Coco Buchholz, Gitarre, Akkordeon; Tilo Buchholz, Schlagzeug, Thomas Klauer, Baß; Lorenz Buchholz, Gitarre & ein Ukulele-artiges Instrument) begann mit soliden Rock-Nummern. Singen können sie alle vier und wechselten sich mit dem Leadgesang ab. Bassist Klauer konzentrierte sich vermehrt auf sein Instrument, die anderen lieferten zum jeweiligen Solisten backing-vocals dazu.

Die beiden Gitarristen spielten verstärkte Akustik-Instrumente, Klauer einen E-Bass. Im kleinen Keller war das ein gut überlegter und weithin einleuchtender Kompromiss. Schnelle wechselten mit langsamen Nummern ab, Liebe, Reise und Alltagsfragen waren Thema, das Programm war geschickt "gebaut", die Moderationen hatten Witz, der Kontakt zum Publikum (etliche Fans darunter) funktionierte. Auch die Anfangsjahre der Band kamen zu ihrem Recht: Tilo Buchholz holte für eine Nummer ("blue tigery") einen zur base-drum umgebauten Mülleimer hinter dem Bühnenvorhang hervor.

Übrigens: Wenn die Brüder "geklaute" Nummern spielten, dann taten sie es mit Witz: In "Sweet home alabama" wurde  ein "Sweet home Oberbayern" eingebaut. Einer der Höhepunkte des ersten Sets war  ebenfalls ein Coverstück: Die Originalband habe es nie live gesungen, scherzte Tilo Buchholz – und dann setzten die vier zu einer nahezu perfekten Wiedergabe der absolut zeitlosen "Bohemian rhapsody" an – eine der opulentesten und anspruchsvollsten Nummern, die "Queen" jemals zu bieten hatte (und in der die ganze klassische und romantische Musiktradition steckt). Hier fehlte, aber das lässt sich verschmerzen, der aufgedonnerte E-Gitarren-Klang á la Brian May, das ist halt mit einer Akustikgitarre nicht zu machen. Coco Lorenz kopierte Freddy Mercury übrigens nicht, sondern gab dem Leadgesang seine eigene Gestalt.

Nach der Pause ging es in ähnlicher Qualität weiter. Nicht übel das "Don’t let it be to late again”, auch a cappella, gab es nochmal. Schön, poetisch der Song um die Sehnsucht, treffend das Spottlied auf Zöllner Franz, der am liebsten die langhaarigen Musiker kontrollierte. Zu Recht viel Beifall und Begeisterung; unter den drei Zugaben sogar ein komplett deutschsprachiger Titel.

Eine Randbemerkung: Warum auch an diesem Abend im Schlosskeller vor und nach den "Brothers" Konserven gedudelt wurden, ist nicht recht nachvollziehbar. Das entwertet doch die Arbeit der Musiker. Ist der Genuss nicht größer, nachhaltiger, wenn nach dem letzten Ton erst einmal Stille einkehrt?

Foto und Text: Frank Berno Timm

BZ 03.03.2009

Geschlossene Augen, offene Bekenntnisse

Montag, 16. Februar 2009

"Ich bin gespannt auf die Stimme": Werner Ganser aus Bötzingen konnte sich vor dem Konzert noch nicht so recht vorstellen, wie die gebürtige Irin Maeve Kelly denn klingen mochte. Hatte er sich doch spontan entschieden, gerade dieses Konzert zu besuchen. Sicher war er sich nur, dass Maeve Kelly singen können muss. "Wenn man nur mit der Gitarre dasitzt, dann bleibt nicht viel außer einer guten Stimme."
Trotz einer starken Erkältung und dem ständigen Griff nach dem Wasserglas konnte Maeve Kelly die Zuhörer im Schlosskeller von ihrer Stimmeskraft überzeugen. Auf jeder Tonlage konnte Kelly solide dominieren. Und die Wahlfreiburgerin schaffte noch viel mehr: Sie verband Geschichten ihres eigenen Lebens mit ihrem musikalischen Schaffen. Familiäre Rückschläge, der tragische Verlust einer guten Freundin oder die schönste Nebensache der Welt: Ohne jegliche Scham führte Maeve Kelly mit wenigen Worten in ihre englischsprachigen Songs ein, um sie dann sehr gefühlvoll vorzutragen. Deutliche Aussprache half dabei, dem Publikum ihre Lebensschicksale näher zu bringen.
Die Discokugel im Schlosskeller wurde an diesem Abend nicht angeworfen, die Bühne war in einen dunklen Blauton getaucht. Während ihres Gitarrenspiels und Gesangs hielt Kelly meist die Augen geschlossen. Keine Sprünge, keine großen Bewegungen, stattdessen ein Zusammenpressen der Augenlider bei Textstellen mit hoher persönlicher emotionaler Relevanz. Aber dem melancholischen Grundcharakter ihrer selbst geschriebenen Songs zum Trotz, die Musik war dynamisch kontrastreich gesetzt und deshalb keineswegs langatmig.
Unterstützt wurde Maeve Kelly durch ihre dreiköpfige Begleitband. Jene agierte sehr fein abgestimmt auf die Stimmung der Sängerin: Jens Lucht lieferte mit der zweiten Akustikgitarre eine einfühlsame Begleitung, manchmal auch improvisiert. Auch er hielt oft die Augen geschlossen und wiegte sich im Takt. Am Piano fühlte sich Christian Kempa mit leicht stoischem Blick in die Gefühlswelt von Maeve Kelly ein. Mit dem neuesten Bandmitglied Patrick an den Bongos habe es auch musikalisch gefunkt, so Kelly zu Beginn des Konzerts. Sein Schlagwerk rundete das Klangbild ab. Erfreulich auch, dass die Wechsel der Tempi gut gelangen.
Werner Ganser schlug den Rhythmus mit den Füßen mit. Viele Zuhörer im voll besetzten Schlosskeller stießen Jauchzer nach den Liedern aus. Kelly selbst reagierte auf den lang anhaltenden Applaus mit einem breiten Lächeln. Zuschauer Werner Ganser war sich sicher, an diesem Abend die richtige Konzertwahl getroffen zu haben

BZ 10.02.2009 Andreas Schmieg

Fingerfertiger Virtuose

Sonntag, 25. Januar 2009

Peter Finger und seine Gitarre: Begeisterndes Konzert im Emmendinger Schlosskeller

Ein rappelvoller Schlosskeller am Dienstag: Da muss jemand Besonderes auf der Bühne stehen. Oder besser: sitzen. Peter Finger kommt mit seiner Gitarre, die an diesem Abend ihren ersten Auftritt erlebt, auf die Bühne und schon nach ersten, wenigen Takten ist klar: Hier macht einer Musik, der mit seiner Gitarre alles machen kann, was er sich vorstellt. "Aufwärmer" Matthias Häfele, Sänger und Gitarrist aus Freiburg, wird im Vergleich dazu allenfalls als ganz nett durchgehen.
Peter Finger ist ein Meister seines Instruments. Leicht macht er es sich nicht. Seine Musik, nur mit einem kleinen Mikro ganz leicht verstärkt, ist gespickt mit rasenden Läufen und allerlei anderen, diffizil aussehenden Griffen. Finger bedient sich bei unzähligen Stilrichtungen und Ländern, er komponiert Miniaturen nach Bildern, widmet sie seinem größten Fan oder – in einem anderen Fall – einem vor Jahren verstorbenen, befreundeten Gitarrenbauer, von dem er Holz und viel Werkzeug erbte. Heute baut sich Peter Finger seine Gitarren selbst.
Es braucht Mut, mit so einem jungfräulichen Instrument auf die Bühne zu gehen – immer wieder muss Finger nachstimmen, baut das sogar in seine Stücke ein. Die folgen häufig dem klassischen A-B-A’-Schema, langsames und schnelles Tempo wechseln ab. Die sparsamen Moderationen zeigen Finger als Mann mit einem ziemlich gepfefferten Humor, der auch schon mal einen "Totentanz" schreibt – nicht ohne die Geschichte von den Leichen, die zur Geisterstunde zum Tanz aufs Feld aufbrechen, zu erzählen.
Finger rast aber nicht nur über die Saiten, er weiß seinem Instrument auch durchaus lyrische, zuweilen fast eingängige Töne zu entlocken. Das Publikum ist zurecht begeistert, Finger bedankt sich bei den Fans mit einer Zugabe: Ein so ausführliches wie ausgezeichnetes Konzert!

Foto und Text: Frank Berno Timm

BZ 22.01.2009

Das musikalische Lebensgefühl der Swinging Sixties bleibt taufrisch

Dienstag, 13. Januar 2009

Die "No Plastic Band" und "The Rollings Bones" huldigen im Emmendinger Schlosskeller den Beatles und den Stones und zeigen sich äußerst vielseitig

Schlosskeller als Beatkeller: „No Plastic Band“ – Vorbilder Beatles.

Der Schlosskeller ist dicht gefüllt wie der legendäre Cavern Club in Liverpool, zu Zeiten, als dort die "Fab Four" auftraten, oder der Londoner "Marquee Club" beim ersten Auftritt der "Rolling Stones". Kein Wunder, treten doch beide Bands am Samstag in einem Konzert gemeinsam auf, um längst vergangene Zeiten wieder wach werden zu lassen. Mit den Cover-Bands "The Rolling Bones" und "No Plastic Band" sind die 60er Jahre und folgende Jahrzehnte mit ihrem Lebensgefühl schnell wieder präsent, zumal ein beachtlicher Teil des Publikums Kinder dieser Ära sind.
Nicht zum ersten Mal stehen die beiden Formationen gemeinsam auf der Bühne. Bereits im Januar 2007 hatten sie den Schlosskeller gefüllt und erneut überzeugen sie vor allem dadurch, dass sie eben, ganz ihrem Namen getreu, nicht ein billiges Plagiat der Originale bieten, sondern es durchaus verstehen, den Songs ihren eigenen Charakter zu verleihen. Vielleicht gerade deshalb, weil die Mitglieder der beiden Tribute-Bands nicht als Profis auf der Bühne stehen, sondern ihrer Liebe, ihrer Leidenschaft, ihrer persönlichen Geschichte mit den Stars und ihrer Musik uneingeschränkt freien Lauf lassen können. Es geht nicht um Imitation, nicht darum, die "Stones" und die "Beatles"  wieder lebendig werden zu lassen, sondern schlicht darum, diese Zeiten mit dem besonderen Lebensgefühl, das offensichtlich auch Nicht-Zeitgenossen anzustecken vermag,  zu feiern.  Dies führt dazu, dass die Bands auch tiefer in das Werk ihrer Vorbilder eindringen, sich nicht mit dem Skizzieren der längst auch entstandenen Klischees begnügen. Die "Rolling Stones" waren eben weit mehr als die bösen Buben der Rockmusik, die sich nur auf laut und heftig zu verstehen wussten, die ihr Selbstverständnis in der Provokation fanden.

"The Rolling Bones" – Vorbilder Stones

"The Rolling Bones" jedenfalls stellen die Kultband auch in einen musikalischen Rahmen, ohne belehrend zu wirken. So gehören zu ihrem Programm auch  Songs von Chuck Berry und Buddy Holly, denn die Stones wurden als Rhythm-and-Blues-Band gegründet. Leise Töne erklingen so bei "Sitting on a fence". Ähnlich treten auch die Fünf der "No Plastic Band" auf. Längst nicht nur die gemeinsamen Hits der Liverpooler bilden ihr Programm. Auch Solostücke von John, Paul, Georg und Ringo gehören für sie zum Gesamtbild. Gerade weil die beiden spielfreudigen Formationen den Tribut, den sie ihren Vorbildern zollen, eben nicht oberflächlich erachten, geht ihre Musik in die Tiefe, erreicht die Herzen des Publikums und lässt alte Zeiten wieder wach werden. Eben ganz unter dem Motto "Let’s spend the night together".

Fotos und Text: Markus Zimmermann-Dürkop

BZ 13.01.2009

Kontrastreicher Start ins Jahr

Sonntag, 11. Januar 2009

Mit Dorothea Rieger und dem Duo "Cherrycord" treffen zwei musikalische (Darstellungs-)Welten im Schlosskeller aufeinander.

Kontrastreicher hätten die beiden ersten Konzerte 2009 im Schlosskeller  kaum sein können. Und das gilt nicht nur für das musikalische Repertoire der Künstler. Denn die  lyrische Sopranistin Dorothea Rieger präsentierte sich mit ihrem Partner Joachim Pack am E-Piano dem Publikum auf grundsätzlich andere Art und Weise als das Gitarren-Duo Elke Sachsenmaier und Niels Kaiser.

Ein Liederabendprogramm offeriert Dorothea Rieger im beschaulichen Schlosskeller einem kleinen Zuhörerkreis. Dabei beginnt sie mit Winterliedern von Matthias Claudius, um die Vertonung des bekannten Heinrich Heine-Verses "Ich weiß nicht, was soll es bedeuten" anzuschließen. Es folgt ein Ausflug in die Welt der russischen Romanzen, bevor sie sich mit Brahms und Tschaikowski dem klassischen Liedgut zuwendet. Gesangliche Liebeserklärungen führen in europäische Metropolen:"Sous le ciel de Paris", "Wien, Wien nur du allein". Jiddische und hebräische Lieder zeigen nochmals eine ganz andere Kultur und in der Zugabe werden gesanglich Polen und Griechenland, der Wein und die weißen Rosen besungen.
Dorothea Rieger durchstreift ein weites, anspruchsvolles Feld, immer mit klarer und in allen Lagen sicherer Stimme. Mit ihren Liedern will sie mitnehmen in unterschiedlichste Lebens- und Stimmungswelten, doch gerade hier zeigen sich auch die Grenzen der künstlerisch versierten Sängerin. Ihr  verschüchtert wirkendes Auftreten spiegelt die Emotionalität der Lieder in keiner Weise. So sicher sie sich durch die Lieder stimmlich bewegt, auch in unterschiedlichen Sprachen textsicher,  präsentiert sie dazwischen ihr Programm so, als ob sie sich des Dargebotenen völlig unsicher sei. Das Konzert ist geprägt von einer großen Diskrepanz zwischen dem beachtlichen künstlerischem Vermögen und der nicht vorhandenen Bühnenpräsenz.

Duo mit Lebendigkeit und echten Emotionen: Elke Sachsenmaier und Niels Kaiser als Cherrycord

Ganz anders "Cherrycord" am Abend darauf. "Wir haben die Mikrophone vergessen", erklären Elke Sachsenmaier und Niels Kaiser frisch von der Leber weg. Also wird das Konzert ein pures Unplugged- Erlebnis für Künstler und Zuhörer. "So hat Bob Dylan auch mal angefangen", stellen sie sich selbstbewusst in die Reihe großer musikalischer Vorbilder. Das kann das Duo auch getrost, denn ihr Gitarrenspiel klingt harmonisch abgestimmt, mal sanft  und melancholisch, dann wieder voll Lebendigkeit und Freude.

So harmonisch erklingt auch der Gesang des Duos. "Versteck die Liebe nicht" fordert Elke Sachsenmaier auf, Emotionen zu zeigen und lässt sie in ihrer Stimme mitschwingen. Tröstlich sollen nicht nur die Worte sein, die der traurigen Freundin "miss cloudy" den Schleier von den Augen nehmen. Auch die Art, wie diese gesungen werden, vermitteln Geborgenheit und Zuversicht. Identität kennzeichnet das Auftreten von "Cherrycord". Das gilt auch für die "fremden" Lieder. Greifbar wird in "Harvest Moon" ein seelischer Gleichklang mit Neil Young, steht  bei "I’m your baby tonight" Bob Dylan förmlich auf der Bühne. Fast scheint es so, dass Elke Sachsenmaier und Niels Kaiser mit der Entscheidung, die musikalischen Begleiter nicht mehr ständig wechseln zu wollen, zu Hause angekommen sind. Im Schlosskeller waren sie es und begeisterten einen kleinen Kreis von Zuhörern. Dem Schlosskellerteam ist zu wünschen, weiter den Mut zu so viel Bandbreite zu haben − und die Belohnung mit mehr Publikum.

Fotos: Markus Zimmermann-Dürkop

BZ 05.01.2009

Schöne Bilder für menschliche Gefühle
(veröffentlicht  am 20. November 2009 auf badische-zeitung.de)



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